Frühlingserwachen

Die Schneeglöckchen und die Narzissen zeigen es uns deutlich, der Frühling steht vor unserer Tür.

Der astronomische Frühlingsanfang ist am 20. März, mit diesem Zeitpunkt beginnt die Jahreszeit Frühling (auch Frühjahr, Frühlingstagundnachtgleiche oder Lenz genannt).

Danach sind die Tage wieder länger als die Nächte. In dieser Zeit der großen Fruchtbarkeit hat der Hase viel zu tun. Auch die Hühner beginnen wieder, ihre Eier zu legen und die ersten grünen Sprossen wachsen aus der Erde heraus und werden sichtbar.

So auch unsere Pläne: Erzählen wir einander, was wir in diesem Jahr hervorbringen möchten und wer wir sein wollen. Vielleicht können wir einander unterstützen und bereichern, eben befruchten.

OSTERA - Ein Fest zu Ehren von Frühling, Sonne und Morgenröte
Der Hintergrund von Ostern birgt ein keltisches und germanisches Fest der Fruchtbarkeit, des Neuanfangs: Ostara, ein Feiertag im Jahreskreis historisch betrachtet.
Ostara, im keltischen Jahreskreis das "vierte große Fest" genannt, bei den Germanen "Värblot", was soviel bedeutet wie Frühlingsopferfest, ist der eigentliche Ursprung unseres heutigen Osterfestes.

Dazumal fand dieses stets um den 21. März, dem Datum der Tag- und Nachtgleiche statt und war ein Frühlingsfest zu Ehren der nach der kalten Jahreszeit wiederkehrenden Sonne.

Der Name Ostara entstammt aus der keltischen Sprache. Das deutsche Ostern wiederum leitet sich von der Göttin Ostara (Freyja) ab. Die Feier fand zur Frühlingsgleiche statt, denn von nun an sollten die Tage wieder länger als die Nächte werden - im nordischen Mythos der endgültige Sieg der Sonnengötter über die Winterriesen.
Zu Ehren der Frühlingsgöttin begrüßte man auf diese Weise die auflebende Vegetation, opferte der fruchtbaren Göttin. Auch wenn das Fest von der Kirche zum kirchlichen Osterfest gewandelt worden ist, sind auch heute noch zahlreiche heidnische Bräuche integriert.

Die keltische Tradition
In der keltischen Tradition ist dieses Fest das Fest der Morganat. Zeit der Elfen, Feen, Zwerge und der Verehrung ihrer Plätze. Die Dolmen, Menhire oder Findlinge, welche als die Wohnstätten des kleinen Volkes angesehen wurden, symbolisieren die Verbindung zur Unterwelt, aus welcher nun die Kraft der Erneuerung wieder aus der Erde steigt und sich mit der Stärke der Sonne verbindet.

Besondere Beachtung wurde auch dem Wasser als Sinnbild für das neue Leben zuteil: In Schottland werden noch heute die Quellen und Brunnen festlich geschmückt und rituell einer Weihe unterzogen.

Zu Ostara begegnet der junge Sonnengott (an Jul als schwacher Lichtbringer geboren) erstmals der großen Göttin, die sich während der dunklen Zeit zur Jungfrau regeneriert hat.

Ostara
Die Zeit der Gleichheit, der Fülle, der beginnenden Möglichkeiten: Das Licht und das Dunkel sind gleichermaßen stark. Mit jedem weiteren Tag nimmt die Kraft des Sonnengottes zu, bis er sich zu Beltane mit der Göttin vereint, um neues Leben zu schaffen. Es ist die Zeit des Flirts, des Liebäugelns, Neues wächst zusammen.
Es ist die Zeit der ersten Aussaat, der Keim ist gepflanzt und beginnt zu wachsen. Das Neue schafft sich seinen Raum. Nach der langen Zeit der Innenorientierung beginnt nun wieder die Zeit der vermehrten Außenkontakte. Der Tod ist überwunden und die Zeit der Fülle wird vorbereitet.

Die auch heute noch gebräuchlichen Symbole
Die alte Symbolik ist uns von Ostern bekannt: Der Hase als allgemein bekanntes Symbol für Fruchtbarkeit und grenzenlose Vermehrung, das Ei, als Urzelle allen Lebens.
Zu früheren Zeiten wurden die Eier rot angemalt, der Farbe des frischen Blutes der Göttin. In der "Weiterentwicklung" wurden sie in den Farben der Natur bemalt, wobei jede benutzte Farbe eine rituelle Bedeutung hatte.

Die Legende vom Weltenei
Es gibt die Legende, dass zu Beginn aller Zeiten die Große Göttin das Weltenei gebar. Sie wärmte es zwischen ihren Brüsten, ließ es Jahrtausende reifen. Als sich die ersten Sprünge in der Schale zeigten, nahm es die Göttin behutsam und legte es ins große Dunkel.
Dort sprang die Schale auf und heraus fiel die ganze Welt, Erde und Wasser, Tiere und Pflanzen. Aus dem Dotter entstand die Sonne. Und damit die Menschen sich an das große Werk erinnern, werden die ältesten Tierarten der Welt auch heute noch aus Eiern geboren.

Fest der Furchtbarkeit
Das frische, hellrote Blut galt ebenfalls als Zeichen besonderer Fruchtbarkeit. Junge Mädchen, die zu Ostara ihre erste Monatsblutung bekamen, wurden besonders verehrt. Ihr Blut galt als heilig. Es wurde aufgefangen und zum Segen der Ernte in einem Ritual der Erde übergeben, um die Fruchtbarkeit der Felder magisch zu verstärken.

Neuanfang
Ostara galt als gute Zeit, sich an Personen oder Versprechen zu binden, aber ebenso, sich vom Alten endgültig zu lösen und Neues zu beginnen. Gedanken, Träume und Wünsche in dieser Zeit sollten besondere Beachtung finden und in Erfüllung gehen.
Zu Ostara wurden die Felder vorbereitet. Dies geschah in einem Segnungsritual, der Feldweihe. Diese wird auch heute noch vielerorts durchgeführt. Dazu werden die Felder vom Bauern abgeschritten und an jeder Ecke des Feldes heilige Kräuter gesteckt, meist Pfefferminze, Schlüsselblume und Weidenstecklinge. Während des Rituals bittet man um eine reichhaltige Ernte und um Schutz für die Felder.

Aus Osterafeuer (= Frühlingsfeuer) wurde das Osterfeuer
Neben dem Hasen als Symbol der Fruchtbarkeit, der als Tier der Göttin Ostara (auch Eostre) verehrt wurde, ist das Feuer ein weiteres wichtiges Zeichen: Das "Ostarafeuer" als Abbild der Sonne.

Auf den Hügeln wurden diese Feuer entzündet. Man glaubte, dass die Kraft der Sonne und der Segen der Götter dadurch auf die Felder übertragen würden, die im Schein der Feuer lagen.

Die Christianisierung
In der Zeit zwischen dem 22. März und 25. April, dem Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond, wird bereits seit dem zweiten Jahrhundert des Todes und der Auferstehung Christi gedacht. Im christlichen Glauben wird Ostern von der Himmelsrichtung Osten abgeleitet, in welcher die Sonne als Symbol des Auferstandenen aufgeht. Ab dem elften Jahrhundert wurden christliche Osterfeuer angezündet. Das Feuer sollte das göttliche Licht und die Wärme darstellen. Ursprünglich waren die Osterfeuer wohl hauptsächlich dazu gedacht, das beliebte heidnische Frühlingsfeuer, welches die Geister des Winters vertreiben sollte, zu ersetzen und diesem ein christliches Gedankengut zu geben.

Woher kommt der Osterhase?
Nicht nur Kinder stellen diese Frage jedes Jahr zu Ostern, auch die Wissenschaft hat sich mit der Herkunft des Osterhasen befasst.

Mindestens dreihundert Jahre ist der Osterhase schon alt, denn die ersten Erzählungen über ihn tauchen bereits aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert auf. Seit dieser Zeit befasste man sich vor allem in der Ethnologie mit der Herkunft des Osterhasen, erste Berichte darüber sind in dieser Zeit schriftlich dokumentiert. Anzunehmen ist, dass es bereits lange vorher gewissen Querverbindungen zu Tieren wie dem Osterhasen und dem Osterlamm, sowie anderen Symbolen wie dem Ei gegeben hat, deren Ursprung weit zurückliegt.

Kommt der Osterhase aus dem keltischen Kulturkreis?
Das Wort Os-Tara ist keltischen Ursprungs und ist der Ausdruck für das Erwachen des Lebens nach der Winterpause, also den Frühlingsbeginn. Die frühere Forschung kennt eine keltisch-germanische Göttin mit dem NamenOstara. Lange Zeit ging man davon aus, dass sich aus ihrem Namen der Begriff des heutigen Ostern herleitete. Diese Annahme beruhte auf der Aussage des Kirchenklerikers Beda Venerabilis, der die germanische Göttin Eostrae als Namensgeberin des Osterfestes ansah. In der heutigen Forschung wird die Existenz der Göttin Eostrae als recht unwahrscheinlich betrachtet. Daraus folgt, dass die Ableitung Jacob Grimms von der Göttin Eostrae zur Göttin Ostara als noch um ein vielfaches unwahrscheinlicher angesehen wird. Grimm hatte bei einigen Sagen- und Mythengestalten einen germanischen Ursprung vermutet und auch versucht, diesen in seinen Schriften zu beweisen, um der germanischen Kultur eine Grundlage zu geben.
Häufig vorkommende Ortsnamen mit "Oster" oder "Osta" im Wort werden von einigen wenigen Wissenschaftlern noch in Verbindung mit Ostara bzw. Eostrae gesehen. Die meisten etymologischen Gedanken gehen in die Richtung, dass die Namensgebung etwas mit der Lage der entsprechenden Ortschaften zu tun hat, also mit der Himmelsrichtung "Osten".

Osterei und Osterhase
Der Osterhase, oder genauer der Hase an sich, steht seit jeher für Leben und Fruchtbarkeit und wurde als heiliges Tier der Liebesgöttin Aphrodite zugeordnet sowie der umstrittenen Ostara. Für den Osterhasen gibt es erste Belege aus der Reformationszeit, wo er die Aufgabe bekam, Eier zu legen, zu bemalen und zu verstecken, welche er bis heute beibehalten hat. Im Judentum gehört der Hase allerdings zu den unreinen Tieren und auch die Kirche tat sich lange Zeit schwer mit dem Hasen. Und noch heute liegt seine Symbolik eindeutig bei der Fruchtbarkeit, wie bereits in etlichen alten Religionen.
Auch das Ei symbolisiert seit je her die Entstehung des Lebens. Es wird oft als Siegeszeichen des Lebens über den Tod gesehen, als Opfer- und Liebesgabe benutzt und als Symbol der Fruchtbarkeit verehrt. Beinahe jede Kultur kennt die Tradition des Eierfärbens. So wurden bereits in sumerischen und römischen Gräbern gefärbte Eier als Grabbeilage verwendet. Zudem wird in hinduistischen, ägyptischen und griechischen Mythen ein Welten-Ei erwähnt, welches alles Leben in sich trägt. Auch in anderen Ländern, wie Japan, China, Finnland und den Fidschi-Inseln wird dieses erwähnt. Das christianisierte Osterei wird seit dem 12. Jahrhundert belegt. Damals wurden diese geweiht und Rot gefärbt, um an das Blut Christis zu erinnern.

Viele weiter Osterbräuche haben ebenfalls einen heidnischen Ursprung. Und noch heute werden in Schweden die Osterhexen verjagt, während man in der Bretagne Veilchen für die Göttin Persephone aussäht, welche zu diesem Zeitpunkt aus der Unterwelt empor steigt und neues Leben bringt. In Island ist man hingegen während Ostern vor Trollen und wilden Tieren sicher.
Ob nun die heutige Forschung die Verbindung zwischen der Göttin Ostara und Ostern abspricht oder nicht, ist jedoch ohne Belang für die Antwort auf die Frage, wo der Osterhase herkommt. Entscheidend ist, wie die Lage gesehen wurde, als der Osterhase entstanden ist. Zu diesem Zeitpunkt nämlich, glaubte man noch an die Theorie mit der Göttin als Namensgeberin. Zum einen ist die Verbindung des Frühlings mit dem Ei dahingehend einleuchtend, als dass schon zu allen Zeiten das Ei als lebensspendend galt und als Symbol für den beginnenden Frühling, also das beginnende Leben im Jahreskreis. Zum anderen waren die Attribute der besagten Göttin ebenfalls das Ei und auch der Hase.

Wer bringt denn nun die Ostereier?
In einigen wenigen Gegenden haben sich auch andere Tiere als Eierbringer durchgesetzt als der Hase, beispielsweise Hähne in Böhmen und Füchse in Westfalen. Allerdings ist der Hase flächendeckend bekannt und auch am meisten verbreitet. Das lässt sich durch die mythologische Verbindung von Hase als Symbol der Göttin erklären, dass der Hase fest mit dem Osterfest verbunden ist. Auch andere Erklärungsansätze sind denkbar. So gilt zum Beispiel der Hase als Frühlingstier, da er recht früh im Jahr seine Jungen bekommt und damit das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings markiert. Eine andere Erklärung ist die, dass das scheue Tier sich nach dem Ende des Winters näher an die Siedlungen herangewagt hat, auf der Suche nach Futter. Die Menschen werteten das Erscheinen des Tieres als Zeichen, dass der Winter zu Ende war. Die Esoterik liefert die Erklärung, dass das Osterfest auf dem Mondkalender basiert und der Hase ein Mondtier ist. Auch das Christentum der Neuzeit bietet einige Erklärungsansätze, die wahrscheinlich nicht der Wahrheit entsprechen, da die Ursprünge des Osterhasen weit vor dieser Zeit liegen.

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